Erfahrung schon seit 1987
Die
Schmerzklinik ist nach § 40 SGB V von allen gesetzlichen Krankenkassen als Rehabilitationseinrichtung anerkannt. Für Patienten mit privater Krankenkasse werden auch Krankenhausbehandlungen gemäß OPS 8-918 durchgeführt. Beihilfefähig.

Enddarmschmerz
(chronischer Schmerz im Anus bzw. Analbereich)

Ursachen für einen Enddarmschmerz (Schmerz im Anus bzw. Analbereich):

Häufiger kommt es nach Amputation des Enddarmes zu einem anhaltenden Schmerz im ehemaligen
Anus bzw. Analbereich, der meist auch in den Da mm ausstrahlt.

Eine weitere Schmerzursache sind Operationen wegen wiederholter Ausbildung von Analfisteln
(= ein unnatürliches, röhrenförmiges Gebilde). Diese Beschwerden können ebenfalls in den Da mm ausstrahlen.

Auch die
Kokzygodynie (= Steißbeinschmerz) kann zu einem Enddarmschmerz (Schmerz im Anus bzw. Analbereich) führen.

Zu erwähnen ist noch die Procta lgia fugax, gekennzeichnet durch einen anfallsartigen (oft nächtlichen) Enddarmschmerz, häufig im Zusammenhang mit Hämorrhoiden.

Psychisch verursachter Enddarmschmerz:
Der
Anogen italbereich (= Geschlechts- und Analbereich) ist ein bevorzugter Körperbereich für den symbolischen Schmerz im Rahmen einer Konversionsneurose. Den ersten Hinweis auf diese Schmerzentstehung liefert oft schon die Beschreibung des Schmerzcharakters. Fast regelmäßig wählen die betroffenen Patienten bizarre Ausdrücke wie z. B. "tierisch, wahnsinnig" oder "wie rohes Fleisch". Häufig fehlt ein Leidensdruck. Öfters werden die Beschwerden fast lächelnd oder auch teilnahmslos vorgetragen. Fast regelmäßig wird angegeben, dass Schmerzmittel nicht helfen würden.
Diagnostik
(= Maßnahmen zur Erkennung einer Krankheit): Ein
psychogen verursachter Enddarmschmerz (Schmerz im Anus bzw. Analbereich) persistiert (= verbleiben) auch während einer diagnostischen Spinal- oder Periduralanästhesie (= rückenmarknahe Betäubungen).

Wegen der räumlichen Nähe und teilweise überlappender Nervenversorgung wird im Folgenden ein Schmerz im Bereich des Dammes miteinbezogen.

Chronischer Schmerz im Bereich des Dammes:
Bei Frauen kann es nach einer natürlichen Geburt zu einem anhaltenden Schmerz kommen. Ursächlich dürften dafür die enormen mechanischen Belastungen während der Austreibung sein, die zu Gewebszerreißungen führen können. Möglicherweise ist der Schmerz auch auf den häufig durchgeführten Dammschnitt zur Druckentlastung zurückzuführen.

Beim Mann kann ein chronischer Schmerz im Bereich des Dammes bei einer chronische n En tzündung der Prostata (=Vorsteherdrüse) oder auch nach einer Prostata-Operation auftreten. Häufig geben die betroffenen Patienten dabei ziehende Dauerschmerzen in der „Tiefe" des Dammes an.

Behandlung bei Enddarmschmerz (Schmerz im Anus bzw. Analbereich):

Eine Behandlung mit Analgetika (= Schmerzmittel) bleibt in diesem Körperbereich oft ohne einen deutlichen schmerzlindernden Effekt, allenfalls Opioide (= opium-ähnliche Schmerzmittel) in höherer Dosierung mit entsprechenden Nebenwirkungen führen zu einer Linderung.

Unterer Anteil der Scham lippen, hinterer Anteil des Hodensacks, Vestibulum vaginae (= Scheidenvorhof), Pen is, Da mm- und Anus bzw. Analbereich werden sensibel aus dem Plexus sacralis (= Nervengeflecht aus dem unteren Rückenmark stammend) versorgt, so dass sich zur Schmerztherapie in den angesprochenen Bereichen wiederholte epidurale (= rückenmarknahe) Betäubungen in Form des Kaudalblockes (= rückenmarknahe Betäubung in Höhe des Kreuzbeines) eignen.
Der Kaudalblock hat gegenüber dem lumbalen Epiduralblock
(= rückenmarknahe Betäubung in Höhe der Le nden) den Vorteil, dass eine geringere Dosierung benötigt wird, in der Regel reichen 5-8 ml z. B. Bupivacain (= ein lang wirkendes örtliches Betäubungsmittel) 0,125-0,15 % aus. Zur kontinuierlichen Blockade mit Katheter* ist allerdings die lumbale epidurale Blockade (= rückenmarknahe Betäubung in Höhe der Le nden) wegen des geringeren Risikos einer En tzündung bzw. Infektion (= Eindringen von Mikroorganismen wie z.B. Bakterien) vorzuziehen, jedoch mit einer Ausnahme: Schmerz im Da mm- und Analbereich nach Amputat ion des Enddarmes. In diesem Falle ist die Entzündungsquelle nicht mehr vorhanden, so dass ein Sakralkatheter* auch über einen längeren Zeitraum belassen werden kann.

Ein Schmerz im Bereich des Dammes als einziges Symptom (= Krankheitszeichen), z. B. nach einer Geburt, kann häufig mit einer wiederholten infiltrativen Lokalanästhesie (= örtlichen Betäubung) erfolgreich behandelt werden.
Die isolierte Betäubung des N. pudendus
(= Nerv der die Geschlechts-/Analbereich versorgt) erfordert eine relativ hohe Lokalanästhetikum-Dosierung (2 x ca. 10 ml z.B. Bupivacain 0,25-0,5 %), so dass die Plexus sacralis-Blockade (Kaudalblock) vorzuziehen ist.

Erläuterungen:

* Bei der sog. kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird für ca. 10-14 Tage ein dünner Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Nerven eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muss also nicht „aufgeschnitten“ werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittels durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Das örtliche Betäubungsmittel wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung), damit begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben. Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, dass bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Nerven betroffen sind, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert. Dies ist der Grund, warum diese Behandlungsmethode besonders bei einem Schmerz, der durch entzündliche, oder auch degenerative (= abnutzungsbedingte) Prozesse entstand, hilfreich ist.Eine gute Durchblutung optimiert auch den Stoffwechsel eines gestörten oder geschädigten Nervs.

Laut der Webseite des Bundesministeriums für Gesundheit haben alle Versicherte (also auch ältere Patienten) einer gesetzlichen Krankenkasse einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation und können sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen. Das Bundesgesundheitsministerium schrieb dazu auch einen Brief an die Aufsichtsbehörden. Dieses Wahlrecht wurde mittlerweile auch durch Urteile von Landessozialgerichten bestätigt: Baden-Württemberg (Az: L 4 KR 2071/05) und Hessen ((Az.: L 1 KR 2/05: Gewährt eine Krankenkasse einem Versicherten einen Aufenthalt in einer Reha-Klinik, so ist sie dazu verpflichtet, die Wünsche des Versicherten in Bezug auf die Einrichtung zu berücksichtigen (eine Revision gegen diese Entscheidung ließ das Gericht gar nicht erst zu)). Der Kläger hatte die Kur noch während des laufenden Prozesses in der von ihm bevorzugten Einrichtung auf eigene Kosten angetreten. Seine Krankenkasse wurde dazu verurteilt, ihm die Kosten für die Kur zu erstatten.

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